Stühle waren bis vor hundert Jahren kein Möbel für jedermann. In der Bibel, bei Homer oder Shakespeare tauchen sie kaum auf, bei Dickens hingegen schon. Mit der Industrialisierung sass schliesslich auch das einfache Volk, nicht mehr nur die Elite. Die Arbeit verlagerte sich zunehmend vom Stehen ins Sitzen – und machte Stühle unverzichtbar.
Und heute? Wir sitzen fast ständig. Selbst beim Lesen, Fernsehen oder Gaming.
Laut der British Heart Foundation verbringen wir etwa 9,5 Stunden täglich im Sitzen. Das heisst, moderne Menschen sind rund 75 Prozent ihrer Zeit inaktiv. Diese Untätigkeit bringt Probleme mit sich, die bis zu tödlichen Krankheiten führen können. Herz-Kreislauf-Leiden und sogar Krebs hängen mit zu langem Sitzen zusammen. Je länger jemand ohne Unterbrechung sitzt, desto schlechter reagiert der Körper auf Insulin. Nach einer Glukoseaufnahme steigt der Blutzucker stärker an. Auch die gesamte Sitzdauer eines Tages beeinflusst den Zuckerstoffwechsel: Je mehr Stunden, desto höher das Risiko für Diabetes.
Zwar schnitten körperlich aktive Versuchspersonen besser ab als Bewegungsmuffel, doch weder Sport noch ein gesundes Körpergewicht konnten die schädlichen Folgen des Dauersitzens vollständig ausgleichen.
Eine Studie von 2012, die die Folgen von Inaktivität untersuchte, zeigte: Wer täglich zehn Stunden sass, hatte kürzere Telomere – ein Zeichen für beschleunigtes Altern. Diese Sitzgewohnheiten liessen die Betroffenen biologisch um etwa acht Jahre altern.
Soviel mal zu „optimalem Sitzen“!
Was ist eine ökonomische Sitzhaltung?

