Schlagwort: Extensorenschlinge

  • Folgen einer gespannten Extensorenschlinge

    Folgen einer gespannten Extensorenschlinge

    Die folgende Grafik zeigt die sogenannte Extensorenschlinge (Streckerschlinge) des Armes und ihre Fortsetzung im Schulterdach, Nacken und Kiefer.

    Die gesundheitlichen Folgen einer verspannten Extensorenschlinge sieht man in dieser Aufstellung:

    Krankheitsbilder und zugehörige Körperregion:

    1. Hackerhand, Mausarm >>> kurze und lange Fingerstrecker
    2. Tennisellbogen >>> Unterarmstrecker
    3. Impingement >>> „Enge“ zwischen Oberarmkopf und Schulterdach (Folge: Schleimbeutelentzündung, Sehnenrisse – v.a. Supraspinatus)
    4. Nackenverspannung und Spannungskopfschmerzen im Hinterkopf, Kiefermuskelspannungen >>> Überlastung des Trapezmuskels durch Vorneigung des Kopfes.

    Die Lösung dieser Haltungsproblematik wird nur möglich, wenn:

    • Kopf auf dem Körper wie ein Boje balancieren kann.
    • Der Schultergürtel auf dem Oberkörper wie ein leichtes Lot liegt.
    • Die Arme in den Schultern hängen können.
    • Der Unterarm entspannt aus dem Ellbogen hängt.
    • Die Hand frei im Handgelenk hängt.
    • Die Finger locker nach unten hängen.

    Dies alles sind Voraussetzungen und eindrücklich anwendbar beim Finden der optimalen Stehpulthaltung.

    Im Sitzen am Computer erreicht man dies beinahe optimal beim hängenden Arm mit der Bedienung eines Funk-Trackballs, der seitlich an einem Stuhlbein klemmt (und nicht mit der normalen Computermouse).

    Im Sport sollte man die Hände frei lassen und keine Faust ballen, da dies die Streckmuskeln unnötig anspannt. Das Halten eines Nordic-Walking-Stocks, von Gewichten wie Heavy Hands oder eines Smartphones beim Joggen kann Verspannungen auslösen, die bis in den Kiefer reichen.

    Ein extremes Beispiel für verspannte und verkürzte Armstrecker sowie Schulter-, Nacken- und Kiefermuskeln zeigt das Titelbild meines Blogbeitrags über rückenschonendes Lastenheben.

    Hier hab ich was über die verspannte und verkürzte Extensorenschlinge des Beines als Ursache des Aussenrotationsgangs und des „Untergangs der Fussstruktur“.

    Letzte Aktualisierung von Dr.med. Thomas Walser:
    07. Februar 2025

  • Stehpult: optimale Höhe und Haltung

    Stehpult: optimale Höhe und Haltung

    Eine häufig gestellte Frage betrifft die optimale Einstellung eines Stehpults und die richtige Haltung davor.

    Zunächst: Ein Stehpult erfüllt seinen Zweck nur, wenn wir unseren Oberkörper entspannen können. Dafür müssen wir im Gleichgewicht stehen und die tieferen Rumpfmuskeln aktivieren. Diese Haltung erfordert ein Becken, das leicht hinter dem Lot liegt, mit leicht gebeugten Hüft- und Kniegelenken, sowie einer entspannten Bauchdecke, insbesondere dem Rektus-Abdominis-Muskel. Erst dann können sich die Extensoren des Arms sowie Schulter, Nacken und Kiefer entspannen, was Weichteilprobleme lindert. Mehr dazu in meinem nächsten Blogbeitrag.

    Ein Zeichen dieser Entspannung ist der Oberarm, der locker aus der Schulter hängt. Auch der Unterarm sollte im Ellbogengelenk leicht hängen, also mehr als der oft empfohlene rechte Winkel. Die Hand hängt locker im Handgelenk, das durch ein Pad vor der Tastatur gestützt wird, ebenso die Finger.

    Mit diesen Vorgaben liegt die optimale Stehpulthöhe deutlich niedriger als allgemein angenommen. Dies zeigt die folgende Grafik: Grau steht für die gängige Meinung, Rot für die medizinisch fundierte, optimale Höhe.

    …und falls man trotzdem länger sitzen muss, dann machen Sie dies wenigstens „optimal“!

    Letzte Aktualisierung von Dr.med. Thomas Walser:
    07. Februar 2025