Die Tiefe = Kerngewebe, tiefe Rumpfstabilisatoren
Tiefenaktivierung bedeutet, die für unsere Haltung und Entspannung im Oberkörper entscheidenden Core-Muskeln zu aktivieren, einschliesslich des Bindegewebes. Diese Muskeln umgeben die Wirbelsäule. Dazu gehören die kleinen Multifidi-, Rotatores- und Semispinales-Muskeln an den Wirbelkörpern, der Psoas, der Transversus Abdominis, Teile des Beckenbodens und das Zwerchfell sowie einige tiefe Halsmuskeln wie der M. Longus Colli.
Das Ziel ist eine entspannte Oberfläche, die oft verspannt ist. Die Core-Muskeln arbeiten isometrisch, das heisst, sie behalten ihre Länge bei. Im Gegensatz dazu verkürzen sich die oberflächlichen Muskeln bei Anstrengung und verspannen sich leicht.
Diese tiefen Rückenmuskeln stabilisieren die Wirbelsäule, ohne den Zwischenwirbelraum zu komprimieren. Oberflächliche Muskeln hingegen komprimieren die Wirbelsäule stark, besonders wenn die Stabilität der Core-Muskeln fehlt.
In meiner Körperarbeit, die ich aus dem Rolfing entwickelt habe, aktiviere ich diese tiefen Muskeln indirekt. Direktes Ansprechen ist schwierig, da dieser Bereich unserem Bewusstsein oft verborgen bleibt.
Indirektes Ansprechen
Wie erreicht man dies?
1.) Man hat gemerkt, dass eine Vorspannung dieses Gewebes zu Aktivität führt. Deshalb ist eine lange, konvexe Vorderlinie unseres Oberkörpers aktivierend, jedoch eine vordere Verkürzung mit Rundrücken inaktivierend.
Diese Konkavität sollte aber nicht zu weit gehen. Denn es gilt auch:
2.) Die oberflächlichen Muskeln des Rumpfes sollten entspannt sein. Halten in der Hülle (Sleeve), v.a. in der äusseren Bauchwand, im Schultergürtel, Nacken und in den oberflächlichen langen Rückenstreckern (Erector spinale) verhindert die Aktivität in der Tiefe.
Also nur so konvex vorne, dass der Schultergürtel und unser Kopf ein gutes Podest für lockeres „Draufliegen“ bekommt. Meine Bilder dazu sind: Kopf wie eine Boje auf der senkrechten Halswirbelsäule und Schultergürtel wie leichtes Joch oben auf liegend.
Die Grundvoraussetzung dafür ist – wie in meiner Website schon mehrmals ausgeführt
3.) ein Becken, das wenig hinter dem Lot liegt.
Siehe u.a. hier: dr-walser.ch/gleichgewicht/
Übungen
Hier noch eine separate Übung für alle Coremuskeln, speziell aber auch für den Transversus Abdominis: segmentale-stabilisation.pdf (Seite 2-3).
Die allerbeste Übung für die Tiefenaktivierung ist aber der Alltag:
– im ökonomischen Gehen
– im Sitzen und Stehen (Seite 2)
– im Wandern
– im Joggen
– speziell beim Bergab- und Bergaufgehen
– und in diversen Sportarten (Fussball, Reiten, Golf,…)
Letzte Aktualisierung von Dr.med. Thomas Walser:
03. Januar 2025


